Konzept

Abgrenzung zur staatlichen Schule

Stellt die Freie Schule NOK eine Konkurrenz zum staatlichen Schulsystem oder gar eine Bedrohung einzelner kommunaler Schule dar?

Nein! Es ist staatliche Aufgabe, Bildungsvielfalt zu gewährleisten und somit auch und gerade den ländlichen Raum attraktiv zu halten. Die Freie Schule NOK stellt eine Ergänzung in der Bildungslandschaft dar. Unser Ansinnen ist die Kooperation mit staatlichen Schulen, nicht die Konkurrenz. Der Umstand, dass wir bundesweit die einzige Freie Schule sind, die unter einem Dach mit einer staatlichen Schule existieren wird, unterstreicht dies.
Viele Bereiche, die der neue Bildungsplan 2016 ab sofort zur Einführung für staatliche Schulen vorsieht, werden in der Reformpädagogik, nach der unsere Schule arbeiten wird, bereits seit Jahrzehnten praktiziert. Nicht nur aus diesem Grund kooperieren staatliche Schulen gerne mit Freien Schulen und auch wir sind gegenüber Kooperationen immer aufgeschlossen.

Schülerzahlenmäßig brauchen sich hier Schulen in kommunaler Trägerschaft ebenfalls keine Sorgen zu machen. Unsere Schule wird nach Jahren – Grund- und Sekundarstufe zusammengenommen – in ihrer Maximalgröße ca. 50 Kinder aufnehmen. Freie Schulen haben i. d. R. Einzugsgebiete von 80 – 100 km. Damit entfällt auf die einzelnen Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises statistisch weniger als ein Kind, was mit Sicherheit keine existenziellen Fragen aufwerfen wird.

Gemeinsam lernen

Durch unser offenes Konzept haben Kinder, insbesondere auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen, im Allgemeinen sehr gute Chancen auf eine erfolgreiche Lernbiografie.
Wir unterrichten nicht nach einem von den Lernbegleitern festgelegten „Lehrplan“, sondern orientieren uns an den (Lern-)Interessen und Bedürfnissen unserer SchülerInnen. Das Lernen an unserer Schule findet meist in Projektform statt. Kinder bringen sich hier mit ihren jeweiligen Stärken ein und erweitern ihre Kompetenzen durch Herantasten und Ausprobieren.
So hat jedes Kind die Zeit zur Verfügung, die es zur Aneignung eines Sachverhaltes benötigt. Durch den engen Lernbegleitungsschlüssel von ca. 10:1 und unser Bezugsbetreuungssystem wird auf jedes einzelne Kind sehr individuell eingegangen.

Kinder mit besonderen Bedürfnissen sind an unserer Schule herzlich Willkommen. Hier gilt es jedoch differenziert abzuklären, ob eine Förderung mit den Rahmenbedingungen von Lichtblick – Freie Schule NOK gewährleistet werden kann oder ob Ergänzungen möglich und notwendig sind.

Jedes Kind wird einem Lernbegleiter „zugeordnet“, der im Schulalltag ein besonderes Augenmerk auf dieses Kind legt, um eine gute und für dieses Kind passende Förderung zu gewährleisten.

Altersmischung

Die SchülerInnen unserer Schule lernen in altersgemischten Gruppen. „Klassenverbände“, wie man sie von den staatlichen Regelschulen kennt, gibt es an unserer Schule nicht. Es ist beabsichtigt, dass Kleinere von Größeren lernen und Größere beim Erklären automatisch inhaltlichen Lernstoff wiederholen und festigen. So haben schwächere Kinder keine Scheu, ältere Kinder um Rat zu fragen, da ihnen diese auf Grundlage ihres Alters „voraus sein dürfen“, während das Sich-Wenden an Gleichaltrige häufig schambehaftet ist.

Keine Noten/ Begleiten satt bewerten

Unserer Grundauffassung nach gilt es, die Selbsteinschätzung eines Kindes zu fördern. Dies geschieht an unserer Schule durch Leistungsfeststellung in Form von selbst gesteckten Zielen, Reflexionsgesprächen, Kompetenzrastern und regelmäßigen Elterngesprächen. Wir be-werten die Leistung eines Kindes nicht, wir unterstützen Lernprozesse und dokumentieren, was ein Kind kann.
SchülerInnen unserer Schule bekommen weder Noten noch herkömmliche Zeugnisse, sondern erhalten im Laufe des Schuljahres Rückmeldung über ihre Lernfortschritte und bekommen am Ende des Schuljahres eine Lernstandfeststellung.

Bei einem Wechsel eines Kindes in eine staatliche Schule kann von Seiten der Lernbegleiter die Lernstandfeststellung in ein Notenzeugnis der jeweiligen Jahrgangs-Stufe umgewandelt werden.